Das Schwerpunktthema 2001: WOHNWELTEN
Kunst zu Wohnstilen, Lebensweisen und der Aneignung von Räumen
Nach wie vor bestimmt
die "Anfangssituation" das Leben in der Messestadt. Auch
in den nächsten Jahren wird es durch die Gleichzeitigkeit von
Bau, Fertigstellung und Neubezug von Wohnungen geprägt sein.
Dabei beschäftigt besonders ein Thema alle Menschen: das Wohnen.
Wie wohnen wir? Wie wohnen andere? Wie nutzen wir unsere Räume?
Wie richten wir uns ein?
Wohnen ist auch ein
Thema der aktuellen Kunst. KünstlerInnen entwerfen Interieurs
und Designobjekte und schaffen mit Licht, Farbe und oft seltsamen
Materialien ungewöhnliche Rauminstallationen. Sie befassen sich
auch mit der Bedeutung des Wohnens für die Menschen, dokumentieren
Wohnformen und befragen Bewohner nach ihren Vorstellungen oder entwickeln
Zukunftsmodelle für bestimmte Lebensweisen. Mit ihren Arbeiten
könnten sie aufzeigen, dass die Trennung zwischen öffentlichen
und privaten Räumen mitten durch unsere Wohnungen geht und das
nicht nur anhand des Unterschiedes zwischen Wohn- und Schlafzimmer.
Wohnen, so sehr es ein privates Thema ist, bestimmt doch und gerade
auch in einem Wohngebiet das öffentliche Leben.
Im Laufe des Jahres
wird kunstprojekte_riem KünstlerInnen in die Messestadt einladen,
um sie Innenräume - idealer Weise in vorübergehend zur Verfügung
stehende Wohnungen - gestalten zu lassen. Die Kunst wird also das
Wohnen und die Ästhetik des Wohnens an Ort und Stelle thematisieren.
Die Kunst wird neugierig
machen und unter dem Eindruck der durch die Kunst veränderten
Räume wird sich auch der Blick der Betrachter auf die Umwelt
wandeln. Futuristische oder folkloristische, trashige' oder
edle, puristische oder extrem gemütliche Gestaltungen werden
Gedanken und Diskussionen über Geschmack und den eigenen Umgang
mit Raum herausfordern. Vielleicht wird die Wirkung von Farben, die
Assoziationskraft von Materialien oder der beeindruckend fremde Umgang
mit ganz alltäglichen Dingen auch eigene Gestaltungswünsche
oder Aktivitäten und zum Vergleich oder zur Nachahmung anregen.
Indem sich die KünstlerInnen
inmitten des normalen' Wohnumfeldes betätigen, werden sich
für die Anwohner, Besucher, Messegäste und Wohnungsinteressenten
in der Messestadt nicht nur interessante Einblicke in künstlerische
Arbeitsweisen ergeben, sondern auch der fast beiläufige Besuch
von Kunstinstallationen in der Nachbarschaft. Mit der Inszenierung
unterschiedlicher "Künstler"-Wohnräume konkurriert
kunstprojekte_riem jedoch nicht mit Ausstellungen in Museen und Galerien,
sondern ergänzt, erweitert und beeinflusst - möglicherweise
auch dauerhaft - die Ästhetik des Alltags. So wird nicht die
Kunstrezeption wie im Museum der Anlass des Besuches sein, sondern
das Interesse am ungewöhnlichen Umgang mit Räumen, Farben,
Formen und ihrer Gestaltung.
Mit diesem Kunstprojekt wird sich ein attraktiver, aufgeschlossener
Stadtteil in seiner ureigensten Stärke präsentieren: der
Wohnqualität.