|
(5. März 2003) Als wichtiges Kernstück der neu entstehenden
städtischen Infrastruktur entwickelt gegenwärtig die MRG
Maßnahmeträger München-Riem GmbH im Auftrag der
Landeshauptstadt das neue Schulzentrum Ost. Neben zentralen schulischen
Aufgaben wird das Zentrum in seiner geplanten Form bereits in der
ersten Ausbaustufe mit Freizeit- und Sporteinrichtungen und als
kultureller Veranstaltungsort auch wichtige gesellschaftliche Funktionen
für den neuen Stadtteil übernehmen.
Planerische Daten und Fakten:
Auf der Grundlage der städtebaulichen Konzeption des neuentstehenden
Stadtteils Messestadt Riem wurden zum Ausbau der städtischen
Infrastruktur bereits mehrere Architektenwettbewerbe durchgeführt.
Der internationale Wettbewerb zum Schulzentrum Messestadt Ost, 1.
Abschnitt, wurde am 13.07.2001 entschieden. Spreen Architekten und
Heintze Landschaftsarchitekten als Gewinner des Wettbewerbs wurden
mit der weiteren Planung beauftragt.
Baukörper, Programm:
Das Schulzentrum Messestadt Ost, 1. Abschnitt, gliedert sich in
folgende Gebäudeteile:
- Sonderpädagogisches Förderzentrum (SFZ) inkl. Hort und
heilpädagogischer Tagesstätte (HPT) und Schulvorbereitende
Einrichtungen (SVE)
- Vierzügige Grundschule mit Tagesheim
- Dreifachsporthalle
- Dezentrale Servicestation (DSS) zur Betreuung von EDV-Einrichtungen
- Tiefgarage
Lage und Erschliessung:
Das Baugrundstück liegt südlich der U-Bahnstation Messestadt
Ost und innerhalb des Umgriffs des 2. Bauabschnittes Wohnen. Das
Schulzentrum ist integraler Bestandteil des entstehenden Stadtteils
am Übergang zum Landschaftspark mit den Rodelhügeln im
Osten und dem Badesee im Süden. Das Sonderpädagogische
Förderzentrum wird von Norden über den Schulplatz erschlossen,
der Eingang der Grundschule befindet sich im Süden am Wohnplatz.
Für Schulbusse ist eine Aufstellfläche am Schulplatz zwischen
dem 1. und 2. Abschnitt der Schulzentren geplant. Die Sporthalle
wird über den internen Platz betreten.
Gebäudekonzeption:
Die zweigeschossigen Baukörper des Sonderpädagogischen
Förderzentrums, der Grundschule und der Sporthalle schaffen
nach Norden, Süden und Westen die städtischen Raumkanten
um die beiden raumbildenden Plätze, Wohn- und Schulplatz, zu
formulieren. Nach Osten sucht der Schulkomplex den Dialog mit dem
weiten Landschaftsraum. Über die Verzahnung mit der Landschaft
und den Sportaußenanlagen entstehen durch die gewählte
Baukörperkonzeption vielschichtige Außenbereiche mit
den notwendigen Pausenflächen. Das Sonderpädagogische
Förderzentrum und die Grundschule weisen verschiedene Funktionsbeziehungen
auf. So soll die Nachbarschaftslage der beiden Einrichtungen genutzt
werden, um die Kommunikation zwischen den Lehrern zu vereinfachen
und den Wechsel der Kinder zwischen den Schulen zu erleichtern.
Die Sporthalle und die Sportanlagen werden von beiden Einrichtungen
benutzt. Die Heilpädagogische Tagesstätte wird als eigenständige
Einrichtung von einem durch die Stadt bestimmten Träger betrieben.
Die Dezentrale Servicestation ist eine zentrale Einrichtung für
den Münchener Osten. Die geplante Tiefgarage unter Teilbereichen
des Sonderpädagogischen Förderzentrums und der Grundschule
wird von allen Nutzungseinheiten genutzt und ist unterirdisch mit
allen Gebäudeteilen verbunden.
Die Unterrichts- und Verwaltungsräume sind nach außen
zur Messestadt bzw. zum Landschaftspark orientiert. Die Flure öffnen
sich zu den geschützten Innenhöfen und sind so ideeller
Bestandteil der Pausenflächen. Durch die großzügige
Verglasung der Flure zu den Pausenhöfen wird eine Wechselbeziehung
zwischen Innen und Außen erzeugt. Der heilpädagogische
Hort und die heilpädagogische Tagesstätte orientieren
sich zu dem geschützten Schulhof. Die Zugänglichkeit dieser
Bereiche ist sowohl vom Inneren des Sonderpädagogischen Förderzentrums
als auch von Außen über die Hoffläche möglich.
Die Außenanlagen werden naturnah und abwechslungsreich gestaltet.
Die Pausenhöfe werden räumlich durch die einzelnen Schulgebäude
geschützt und gefasst. Die unterschiedlichen Bereiche der Pausenfläche
sind Orte der Ruhe, der Bewegung und der Kommunikation. Über
die gemeinsame Freifläche zwischen den drei Gebäudeteilen
werden die Schulhöfe und die Schulen miteinander vernetzt.
Der zentrale Freibereich schafft den Übergang zu den Freisportanlagen
und dem Landschaftspark. Die Dreifachsporthalle wird über den
zentralen Platz erreicht.
Durch die bewusste Arrondierung der Baukörper um die Plätze
und Höfe entsteht eine differenzierte Schulanlage mit hohen
innen- und außenräumlichen Qualitäten. Die klare
Formensprache der Bauteile und die Wechselwirkung von Innen und
Außen, mit einem Angebot an unterschiedlichen räumlichen
Situationen, schafft eine angenehme und der Entwicklung der Kinder
förderliche Atmosphäre.
Pausenhallen als mögliche Versammlungsstätten:
Grundschule und Sonderpädagogisches Förderzentrum haben
jeweils eine für Versammlungen vielfältig nutzbare Pausenhalle.
Die Pausenhalle für die Grundschule wird für 200 Personen,
die Pausenhalle des Sonderpädagogischen Förderzentrums
für ca. 400 Personen ausgelegt. Im Schulbetrieb bilden die
luftigen Pausenhallen den ideellen und räumlichen Mittelpunkt
für die Schüler. Die zweigeschossige Pausenhalle wird
durch ein großzügiges Foyer erreicht, das eine zentrale
Verteilfunktion übernimmt; über eine freie Treppe gelangt
man in das Obergeschoss. Bei Versammlungen können die Pausenhallen
von den übrigen Funktionseinheiten der Schule abgetrennt werden,
ohne daß die Funktionsabläufe der Schulen eingeschränkt
werden. Der Zugang zu den Versammlungsstätten erfolgt entweder
über das Foyer der Schule und die Schuleingänge oder über
den Innenhof. Sanitäranlagen und Nebenräume sowie der
Mehrzwecksaal des Förderzentrums können für Versammlungen
mitgenutzt werden. Im Förderzentrum wird eine festinstallierte
Bühne vorgesehen, in der kleineren Versammlungsstätte
der Grundschule ist eine mobile Bühne vorhanden.
Die räumliche Anordnung der Pausenhallen und die mögliche
Abtrennung von den übrigen Funktionsbereichen der Schulen erlauben
eine sehr flexible Nutzung der Pausenhallen für unterschiedliche
Veranstaltungen ohne die Belange der Schulnutzung einzuschränken.
Für die Messestadt werden damit bald wichtige zusätzliche
Veranstaltungsstätten zur Verfügung stehen, neue Orte
der Präsentation und Begegnung im Stadtteil.
Weitere Informationen über:
MRG Maßnahmeträger München-Riem GmbH
Tel. (089) 945 500 0
|