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Eine Zwischenbilanz zur
Messestadt
von Oberbürgermeister Christian
Ude:
Das Ende der Pionierphase
Der Stadtteil gewinnt an Charakter
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In den letzten Jahren ist die Messestadt Riem mit großer
Dynamik weitergewachsen und ist langsam aber sicher dabei, die Pionierphase
auch optisch hinter sich zu lassen. Nun prägen neben den Gebäuden
der Neuen Messe München die Gebäude der Wohn- und der
Gewerbequartiere das weitläufige Gelände des ehemaligen
Flughafens vor der immer wieder imposanten Alpenkulisse. Der Blick
darauf gewinnt auch an Gestalt durch die nach einem sorgfältig
erarbeiteten Konzept geschaffenen Grün- und Freiflächen.
Der neue Stadtteil erlangt für seine Bewohnerinnen und Bewohner
zunehmend einen erfahrbaren, eigenständigen Charakter.
Fast möchte man sagen: Der Mittelstand hat die hohe Qualität
der Messestadt als erster erkannt, denn alle gewerblichen Flächen
sind bereits so gut wie vergeben. Wenn nicht bereits Gebäude
errichtet und bezogen sind, befinden sich die Detailplanungen in
den letzten Zügen. Renommierte Firmen sind an den gefragten
Standort gestrebt: Nemetschek und zahlreiche weitere Firmen haben
bereits ihren Firmenhauptsitz, Produktionsstätten, Logistik-
und Lieferzentren in die Messestadt Riem verlegt. In den letzten
beiden Jahren entstanden vor allem in den zentral gelegenen Gewerbegebieten
große Vorhaben wie das Gebäude von SynergyOnline, das
am Eingangstor zur Messestadt gelegen, zugleich die alte Wappenhalle
in sein Nutzungskonzept mit einbezieht. Weiter südlich davon
wird in Bestlage an dem bereits gut eingewachsenen Messesee mit
dem META-Gebäude ein architektonisch spektakuläres Gebäude-Ensemble
als Pendant zum Haupteingang der Neuen Messe München entstehen.
Die zukünftige urbane Mitte der Messestadt, das Einkaufs-
und Erlebniszentrum StadtQuartier Riem-Arcaden ist noch eine imposante
Baustelle. Das Schlüsselbauwerk für die neue urbane Mitte
der Messestadt lässt bereits jetzt die bislang noch nicht so
leicht nachvollziehbaren städtebaulichen Zusammenhänge
an der Nahtstelle zwischen der Messe, der gewerblichen Nutzung,
dem Wohnen und dem Landschaftspark erahnen. Insbesondere wird dadurch
langsam auch die zukünftige Dimension des zentralen Willy-Brandt-Platzes
deutlich. Im kommenden Jahr wird das Zentrum eröffnet werden
und auf 3 Etagen rund 160 Geschäfte, aber auch Cafes, Restaurants,
ein Gesundheitszentrum, Fitness-Studios und ein Kino-Center beherbergen.
In unmittelbarer Nachbarschaft findet das Kirchenzentrum Platz.
Hervorgegangen aus einem hochkarätig besetzten Wettbewerb,
wurde der Anfangs heftig umstrittene Entwurf im Dialog mit den Bürgern
vor Ort weiterentwickelt und erhielt noch weitere, architektonisch
interessante Facetten.
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Am Erfolg der Neuen Messe München beweist
sich die Richtigkeit und Vision der damaligen Entscheidung für
einen Umzug und Neubau der Messe. Mit mittlerweile jährlich
etwa 40 Messen und Ausstellungen, 120 Kongressen und etwa 250 Gastveranstaltungen
und insgesamt 2,3 Millionen Besuchern ist die Messe München
ein international führender Standort. Aufgrund des großen
Erfolges der Messe wurde der zweite Bauabschnitt vorzeitig realisiert.
Die Parksituation wurde durch die Errichtung eines durchaus ansprechenden
Parkhauses erheblich verbessert.
Und vor kurzem erfolgte bereits der Spatenstich für zwei weitere
Hallen, die das Medienzentrum der Fußballweltmeisterschaft
2006 beherbergen werden. Tausende Journalisten und Techniker aus
aller Welt werden dann für mehrere Monate hier arbeiten und
leben. Damit ist auch ein wichtiger wirtschaftlicher Impuls für
München und insbesondere für die Messestadt verbunden.
Zugleich unterstreicht dies auch in besonderer Weise den Ruf Münchens
als weltoffene High-Tech Stadt. In diesem Zusammenhang freut es
mich ganz besonders, dass im letzten Sommer die bereits seit 1997
bestehende Photovoltaikanlage auf den Dächern der Neuen Messe
noch einmal erheblich erweitert wurde. Nun wird der Strombedarf
für über 700 Haushalte umweltfreundlich gedeckt und jährlich
der Ausstoß von 2000 Tonnen des gefährlichen Treibhausgases
Kohlendioxid vermieden.
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Im ersten Abschnitt des Wohnungsbaus
kann die besondere Qualität der Messestadt bereits erlebt werden.
Dichtes urbanes Wohnen vereint sich mit attraktiven Grünflächen
in den Innenbereichen der Bauflächen und den Blick auf die Alpen.
Junge Familien finden Wohnraum innerhalb der Stadtgrenzen und können
trotz der hohen baulichen Dichte ein Höchstmaß an Grün-
und Freiflächen im unmittelbaren Umfeld nutzen. Dies alles trägt
zu einem hohen Maß an Lebensqualität bei. Als nächstes
werden sich die Aktivitäten zum Wohnungsbau auf den Bereich südlich
des U-Bahnhofs Messestadt-Riem Ost konzentrieren. 1250 Wohnungen,
ein Schulzentrum und weitere 1,4 ha gewerbliche Flächen werden
hier verwirklicht werden.
Bei der weiteren Entwicklung der Messestadt wird natürlich auch
auf die bisher gemachten Erfahrungen zurückgegriffen. Bewährtes
wird übernommen. So bestätigt sich immer wieder, dass eine
ausgewogene Mischung der Bevölkerung die Basis für eine
funktionierende Gemeinschaft ist. Eine Mischung aus sozialem Wohnungsbau,
München Modell und freifinanziertem Wohnungsbau wird auch hier
wieder dafür sorgen, dass eine aus verschiedenen Einkommensgruppen
zusammengesetzte Nachbarschaft entstehen kann.
Manches wird aber etwas anders, als ursprünglich geplant, weiterentwickelt.
Ich denke da beispielsweise an das Parkraumkonzept. Dies spricht aber
eher für die Planungskultur, die die von vorneherein angestrebte
Kommunikation mit allen Beteiligten, vor allem den Bewohnern, einschließt,
sowie die Bereitschaft und den Willen bei allen Beteiligten, auf Wünsche,
Bedürfnisse und Vorwürfe auch zu reagieren.
Besonders beachtenswert finde ich, dass in der Messestadt Riem bis
dahin eher nur als Theorien bestehende Vorstellungen einer nachhaltigen
Planung erstmals im großen Maßstab umgesetzt wurden. So
legten der Stadtrat, die Planer und die Bauherren ein besonderes Augenmerk
auf die Entwicklung und Umsetzung von Grundsätzen einer ökologischen,
kostengünstigen und attraktiven Bauweise.
Vor allem hinsichtlich der ökologischen Anforderungen war und
ist die Messestadt nach wie vor ein Vorreiter. Dass mittlerweile einige
Gesetze und Verordnungen, beispielsweise im Bereich der Energieeinsparung,
das nachvollzogen haben, was in der Messestadt von vorneherein angestrebt
wurde, kann ich nur als Bestätigung der Ansätze verstehen.
Und im Laufe der Umgestaltung des Riemer Geländes sind Bereiche
entstanden, die ein ideales Umfeld für seltene Tierarten bieten.
In der Messestadt Riem haben bereits Fledermäuse, Wechselkröten,
Mauersegler und Uferschwalben eine neue Heimat gefunden. |
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Als ganz besonderes Schmuckstück der Messestadt zeigt jetzt
sich bereits der große Landschaftspark. Der erste Bauabschnitt
ist bereits fertiggestellt, der zweite Bauschnitt mit See und Rodelhügel
ist für Herbst 2004 vorgesehen. Er eröffnet ein wirklich
erstklassiges Freizeitangebot vor der Haustür. Der mit 14 ha
beachtlich große See lädt im Sommer zum Baden und im
Winter zum Schlittschuhfahren ein. Und wenn der Winter mitspielt,
können die Rodelhügel ihren Namen alle Ehre machen. Aber
auch ohne Schnee eröffnen sich von ihren Gipfeln ganzjährig
überraschende Ausblicke auf die Messestadt, den Landschaftspark,
die Nachbarge-meinden und die Alpen. Hinzu kommen im Landschaftspark
noch Bereiche für intensive sport-liche Nutzung und viele stille
Wege, die zusammen mit den dann etwa 30.000 gepflanzten Bäumen
immer wieder neue Räume zum Müßiggang erschließen.
Im Landschaftspark wird am 28. April 2005 die Bundesgartenschau
München 2005 (BUGA 2005) eröffnet werden. Sie lädt
dazu ein, gemeinsam mit den Bewohnern der Messestadt einen Sommer
lang die Fertigstellung des Landschaftsparkes zu feiern und zugleich
die Messestadt einzuweihen. Die BUGA 2005 wird Gelegenheit geben
zu staunen, was Blumenschau und Gartenkunst alles bedeuten können.
Mensch, Technik und Kunst können in einem neuen Zusammenhang
erlebt werden. Die Lebensqualität in der Messestadt kann noch
einmal ganz neu entdeckt und erfahren werden. Die BUGA 2005 soll
zeigen: So attraktiv und lebenswert kann ein Stadtteil sein, dessen
Entwicklung in allen Stadien ökologisch durchdacht wurde -
vom Abräumen der alten Hallen, Hangars und Landebahnen, der
Planung und dem Bau der Messe, der Wohnviertel und der Gewerbebereiche
bis hin zur Anlage des Landschaftsparks, der das neue Stadtviertel
mit dem Umland verbindet. Zur BUGA 2005 werden über das halbe
Jahr verteilt etwa 4 Millionen Besucher erwartet. Nicht zuletzt
aufgrund des besonderen Programms werden diese natürlich nicht
nur den Landschaftspark, sondern auch die Messestadt besuchen und
als qualitativ hochwertigen Standort für Wirtschaft, Wohnen
und Erholung wahrnehmen. Die BUGA 2005 wird sich nicht nur in enger
Verbindung mit dem neuen Stadtteil präsentieren, sondern bezieht
neben der Stadt bewusst die Region mit ein. Damit bietet sich natürlich
die besondere Gelegenheit, mit den Umlandgemeinden bei einem wirklich
erfreulichen Thema zusammen zu arbeiten und sich zum beiderseitigen
Vorteil zu ergänzen.
Besuchen Sie die Messestadt Riem und sehen Sie sich vor Ort um
! Hier ist es möglich, moderne, vielleicht nicht immer unumstrittene,
manchmal auch mit Recht kritisierte neue Architektur und das Entstehen
eines völlig neuen Münchner Stadtteils zu erleben.
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