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  OB Ude zur Eröffnung der
Bundesgartenschau 2005

(28.4.2005) Mit einem herzlichen "Grüß Gott in München" begrüßte Oberbürgermeister Christian Ude die zahlreichen Ehrengäste – allen voran Bundesratspräsident Matthias Platzeck, Ministerpräsident Edmund Stoiber und Karl Zwermann, Präsident des Zentralverbands Gartenbau – zur Eröffnung der Bundesgartenschau 2005.

In seiner Rede hob Ude, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der BUGA GmbH ist, im BUGA-Kulturforum das einzigartige Angebot hervor, mit dem die Bundesgartenschau 165 Tage lang die Besucherinnen und Besucher begeistern wird:
"Wahrscheinlich sind Sie alle nur gekommen, weil Sie nicht ahnen, was Sie hier erwartet. Denn hier werden Sie zur Schnecke gemacht. Oder zum Maulwurf. Oder zur Ameise zwischen Terrassensteinen. Oder zum winzigen Insekt im Vogelnest. Ganz im Ernst: Hier können Sie durch einen Maulwurfshügel wandern oder die Blattunterseite einer Sumpfdotterblume aus der Schneckenperspektive studieren. "Perspektivenwechsel" heißt nämlich das Motto dieser Gartenschau. Wenn Sie nicht als Winzling am Boden herumkrabbeln wollen, können Sie ja auch mit der Seilbahn über allem schweben. Und blühende Landschaften betrachten, die es tatsächlich gibt. Oder baden gehen. Ganz ehrlich: Dies ist die erste Gartenschau, bei der Sie sich entblättern und ins Wasser gehen können. "Es lächelt der See, er ladet zum Bade." Und wenn Ihnen das zu viel Nass ist, können Sie es sich auch einfach im Biergarten gemütlich machen. Sie sollen sich hier wohlfühlen, nicht strapaziert werden.

Noch 1992 starteten und landeten hier Flugzeuge. Danach weideten hier Schafe. In den vergangenen zehn Jahren ist dann nach den Plänen des Landschaftsarchitekten Gilles Vexlard eine Vision Wirklichkeit geworden: Auf dem Areal des Airports wurde neben der Messe, dem Kongresszentrum und dem neuen Stadtteil ein 200 Hektar großer Landschaftspark angelegt. Aber wer hat schon eine Vorstellung davon, was 200 Hektar sind. Deshalb gebe ich Ihnen einen Vergleich: Dieser Riemer Park ist sogar noch fünf Hektar größer als das gesamte Fürstentum Monaco. Oder, um noch aktueller zu sein: Er ist viermal so groß wie der gesamte Vatikanstaat! Gekostet hat er auch eine Menge: rund 65 Millionen Euro. Den Löwenanteil von 90 Prozent hat die Stadt aufgebracht, dem Freistaat danken wir für seinen Zuschuss von knapp zehn Prozent.

1996 beschloss der Münchner Stadtrat, sich zu bewerben, und ein Jahr darauf erhielt München den Zuschlag. Seit 1998 arbeitet die GmbH, in der die Stadt und der Zentralverband zusammenwirken, fieberhaft an der Vorbereitung. Den Wettbewerb für den Ausstellungsteil gewann im Jahr 2000 der Landschaftsarchitekt Professor Rainer Schmidt. Der lange und kalte Winter hat uns sehr zurückgeworfen, aber mit verdoppelten Anstrengungen konnte der Termin der Eröffnung doch noch gehalten werden. Ich bitte um Nachsicht, wenn etliche Knospen erst noch aufgehen müssen, sie wird schon noch aufblühen, die BUGA. Und außerdem geht's ja nicht nur um das Gelände hier draußen, sondern um München mit allen seinen Parkanlagen, dem Nymphenburger Park und dem Englischen Garten, diesen beiden großartigen Werken des Freiherrn von Sckell, dem Olympiapark, dem Ost- und dem Westpark und dem ganz neuen Petuelpark im Norden der Stadt sowie den Isarauen und dem Würmgrünzug. Auch das Umland gehört dazu, rund 40 Kommunen und fünf überörtliche Vereine wirken mit. Als leidenschaftlicher Radler freue ich mich ganz besonders über den 170 Kilometer langen Radlring rings um die Stadt, der eigens für die BUGA vollendet wurde und der durch reizvolle Landschaften und zu vielen Sehenswürdigkeiten führt. Morgen werden wir ihn eröffnen.

Lassen Sie mich noch zwei Besonderheiten herausgreifen:

2.000 Veranstaltungen werden sich möglichst spannend und unterhaltsam mit der Wechselwirkung von Natur und Kultur befassen: Konzerte, Ausstellungen und Filmreihen, Lesungen, Ortstermine und Zukunftsdebatten.
Kunst ist auf dieser Gartenschau nicht schmückendes Beiwerk, sondern integraler Bestandteil. Die Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler der Münchner Akademie der bildenden Künste, die in Containern installiert sind oder in der Landschaft auflauern, beweisen Witz, Ironie und Phantasie. Um noch einmal Schiller zu bemühen: "Ernst ist das Leben und heiter die Kunst."

Auf geht's zur Bundesgartenschau 2005, die mit 165 vergnüglichen, unterhaltsamen, lehrreichen, nachdenklichen, erholsamen Tagen uns allen, ohne jede falsche Bescheidenheit, den "schönsten Sommer aller Zeiten" bescheren will. Ich schließe mit einem Dank an die Partner, Zuschussgeber und Sponsoren, an Geschäftsführung und Belegschaft und hoffe, dass nach Ihnen, unseren verehrten Ehrengästen, auch noch über vier Millionen zahlende Gäste kommen."

 

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