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München, Septemer
2002
Halbzeit bei kunstprojekte_riem!
Drei Jahre Kulturarbeit für und mit der entstehenden Messestadt
Riem haben ihre Spuren hinterlassen. Neben Beteiligungsprojekten,
Aktionen und
Ausstellungen haben auch die zahlreichen Arbeiten im Außenraum
die Lebenswirklichkeit des Stadtteils geprägt.
Am 17. Oktober 2002 entscheidet der Kulturausschuss des Münchner
Stadtrats darüber, wie lange es den Modellversuch kunstprojekte_riem
noch geben soll.
Bisher liegen Anträge der verschiedenen Fraktionen auf eine
Verlängerung von zwei bis vier Jahren vor.
Vor diesem Hintergrund möchte kunstprojekte_riem gemeinsam
mit Riemer Bürgerinnen und Bürgern sowie interessierten
Kunstfreunden und Medienvertretern eine Bestandsaufnahme aktueller
Projekte im Außenraum machen. Wir laden sie deshalb ein, mit
uns eine Radtour zu den Standorten der derzeit sichtbaren Projekte
zu unternehmen.
Wie haben Künstler und ihre Arbeiten den Werdegang des neuen
Stadtteils begleitet und geprägt? Wo hat die Kunst "Stadtmarken"
gesetzt und "Gesellschaftsräume" mitgestaltet? Eine
Antwort darauf will Kuratorin Dr.
Claudia Büttner geben, die die Tour begleiten wird. Vorbei
an der Lichtinstallation Verwandlung von Chema Alvargonzález
am ehemaligen Flughafentower führt die Route vor allem zu diesjährigen
Arbeiten:
An den Duft-Automaten von Sissel Tolaas kann man den typischen
Riemer Geruch über Nase und Ohren aufnehmen. Die norwegische
Künstlerin, die sich mit dem Phänomen Geruch und dessen
verbaler Umsetzung beschäftigt, hat einen eigenen Duft der
Messestadt kreiert und dazu die Meinungen und Empfindungen von Riemer
Bürgern unterschiedlichster Nationen gesammelt. Beide (Duft
und Stimmen) sind heute an drei Standorten abrufbar und überlassen
dem Besucher selbst die Entscheidung: like it/like it not/like it...
Neuland verlangt nach Orientierungshilfen und Identifikationsflächen.
Die Stadtzeichen Herz, Hand, Mund des Berliner Künstlerpaares
Renata Stih und
Frieder Schnock wirken multifunktional: Hoch und leuchtend sind
sie schon von weitem Orientierungspunkte zwischen Neubauten und
Baustellen. Ihr kommunikatives Element bleibt in Erinnerung und
weckt Erinnerung.
Wo hört die Riemer Realität auf und wo beginnt mediale
Fiktion? Liegt die Messestadt irgendwo im Nirgendwo? Oder vielmehr:
Könnte sie dort liegen? Die
Video-Internet-Installation re:site projects von Felix S. Huber
und Florian Wüst (in Zusammenarbeit mit Daniel Burckhardt)
kombiniert Liveübertragung von Videobildern aus der Messestadt
mit fiktiven Spielfilmszenen und
interaktiven Textbeiträgen aus dem Internet und gibt sie auf
Monitoren im Straßenraum und auf zwei Projektionsflächen
im U-Bahnhof Messestadt wieder.
Manchmal passt ein Gebäude seinen Bewohnern einfach nicht
- wie ein zu groß gekaufter Anzug. Das passiert meist dann,
wenn andere die Einkäufe
erledigen. Mit dem Anzug geht man zum Schneider und mit dem Gebäude
zu Katrin Böhm, Stefan Saffer und Andreas Lang. Im Rahmen eines
partizipativen
Projekts im Stadtteil Riem traf das Künstler-Architekten-Trio
auf Riemer Feuerwehrleute, die an ihrer neuen Feuerwache 10 einiges
zu kritisieren hatten. In ihrem Projekt Anprobe Feuerwache 10 erarbeiteten
die Künstler zusammen mit der Belegschaft und dem Architekten
des Gebäudes eine Reihe von
Umgestaltungsmaßnahmen. Und die Änderungsschneiderei
zeigt bereits erste Ergebnisse.
Wir würden uns sehr freuen, mit Ihnen gemeinsam auf Radltour
gehen zu können.
Weitere Informationen:
kunstprojekte_riem
Dr. Claudia Büttner, Christina Kaufmann
Erika-Cremer-Str. 3,
81829 München
Tel.: (089) 94379849,
Fax: (089) 94379845
kunstprojekte.riem@ems.muenchen.de
www.kunstprojekte-riem.de
Auf Anfrage senden wir Ihnen außerdem gerne Bildmaterial
zu den einzelnen Projekten zu.
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